Sonntag, 29. Januar 17 um 12:43 Alter: 58 Tag(e)

Kategorie: Allgemeine News, CD

CD „It´s alive“ von Ilan Morgenstern (BPos) ...

und David Gilliland (Piano), University of Redlands Wind Ensemble, Dr. Eddie Smith (Ltg.),Komponist: Robert Denham; UPC: 190394539801

von Jakob Guizetti

Solche Geschichten passieren dann doch eher selten. Die Redaktion des IPV-Journals bekommt ein Päckchen aus den USA. Inhalt sind zwei CD´s derselben Aufnahme mit der Bitte um Rezension. Selten deshalb, weil der Bassposaunist Ilan Morgenstern mir bisher völlig unbekannt war und er keine Kosten und Mühe gescheut hat, uns seine CD zu schicken. Denn Porto und Zoll waren teurer als der Marktwert der CD´s.
Diese Aufnahme ist zudem wirklich etwas Besonderes. Denn die gesamte Musik dieser Aufnahme, und es sind ausschließlich Werke für Bassposaune, wurden von ein und demselben Komponisten geschrieben: Robert Denham. Wieder eine für mich bisher leider unbekannte Größe in der Musikwelt.
Ilan Morgenstern hat eine Bilderbuch-Karriere gemacht. Mit 18 hat Ilan seinen Wehrdienst bei den Israel Defense Forces als Musiker der Army Band begonnen um danach in den USA zu studieren und sich sofort als Orchestermusiker, Dozent und Solist zu etablieren. Die Liste der Orchester, mit denen er entweder als Orchestermusiker oder Solist zusam-men gearbeitet hat, liest sich wie ein who-is-who der ameri-kanischen Orchesterwelt.
Die Musik von Robert Denham ist durch die gesamte Aufnahme sehr virtuos, dem Solisten sicher maßgeschneidert auf den Laib komponiert. Aber so sind die Stücke „Sizzl´“, „The Kraken´s One Day Is As Another“, „Withering Grass“ und „Mazing“ sehr sportliche, virtuose Werke, die mich phasenweise an Daniel Schnyder erinnern, musikalisch eher als Etüden zu bewerten.
Spannend wird es aber beim „Concerto for Bass Trombone and Wind Ensemble“, ein Konzert für Bassposaune und Blasorchester. Schon die Satzbezeichnungen lassen einen schmunzeln: „Four Inch Hells“, „And Once Gone …“ und „Don´t Anger the Sacred Temple Gibbon“! Dieses Konzert ist eine sehr abwechslungsreiche Komposition die für So-listen und Blasorchester gleichermaßen spannend ist. „Four Inch Heels“ ist ein richtiger Opener-Satz, laut und schnell, es scheppert richtig im Karton. Im zweiten Satz, „And Once Gone …“ wird es sphärisch, langsam und sehr klangbetont. Die Klangmöglichkeiten eines modernen Blasorchesters werden sehr schön ausgenutzt und der Solo-Part ist eine in-tensive Catilene mit starken Gefühlsausbrüchen. Im dritten Satz geht es wieder durch alle Register, aber einfach sehr gut gemacht.
Ebenso bemerkenswert ist der letzte Titel der Aufnahme, „Sarabande“. Diese Nummer ist so gänzlich anders als alle anderen Stücke. Eine sehr schöne ruhige Melodie, der man entspannt zuhören kann und sich auch richtig auf den nächsten Ton freut.
Mit dieser CD hat Ilan Morgenstern seine Visitenkarte abgegeben und die ist sehr herausragend. Von ihm werden wir noch viel hören, und das zu Recht. Natürlich erfindeter jetzt nichts neu, aber er und seine Partner geben deutlich zu verstehen, dass das letzte Kapitel in Sachen Musik für Bassposaune noch nicht geschrieben wurde.
Alle Werke sind im Online-Handel erhältlich. Und für das Konzert und die Sarabande ist das durchaus interessant, da sich diese Stücke für ein Konzert jeglicher Art sehr gut eignen.
Muss man die Platte haben? Nein, sie würde nach zweimal hören im Schrank verstauben. Ja, weil ich denke, dass so ein Engagement auch gefördert werden sollte. Für diese neue Musik sollte man sich aber auf jeden Fall interessieren und bei uns zur Aufführung bringen.

(Siehe: www.cdbaby.com/cd/ilanmorgensterndavidgill zum Reinhören und Erwerben...)


 
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