Donnerstag, 16. November 17 um 13:34 Alter: 25 Tag(e)

Kategorie: Allgemeine News, CD

CD „Like Me“ mit Vincent Lepape, Posaune

Eglantina Grapshi (Klavier), Bläser des Filarmonica Teatro Regio Torino, 2016, Summit Records, www.summitrecords.com/ , 099402676920

„Like Me“ erschien im großen und berühmten amerikanischen CD-Label Summit-Records und ist eine neue Solisten-CD von internationalem Format! Der Franzose Vincent Lepape ist Soloposaunist des Teatro Regio Torino (Königliche Oper Turin) und u.a. Professor des Konservatoriums von Aosta (Italien), internationaler Konzertsolist, Meisterkurslehrer, in mehreren internationalen Kammermusikensembles, etc. Zusammen mit der erfahrenen Pianistin Eglantina Grapshi und einem Bläserensemble aus Musikern des Teatro Regio Torino (bei Krols Capriccio Da Camera) spielte er ein sehr attraktives Programm ein.

Trackliste: (gesamt: 55‘)
- Robert Schumann - Three Romances
1. Nicht Schnell (3:16)
2. Einfach, innig (3:42)
3. Nicht schnell (4:21)
- Davide Sanson - Concertino Pour Trombone et Orchestre
4. Allegro (3:53)
5. Cantilena (4:30)
6. Presto (2:43)
- 7. Sigismond Stojowski - Fantaisie (6:22)
- Henry Tomasi - Concerto
8. Andante et scherzo-valse (7:25)
9. Nocturne
10. Tambourin (3:54)
- 11. Berhard Krol - Capriccio Da Camera op. 35 (8:31)
- 12. Leonard Bernstein - Elegy For Mippy II (2:00)

In Schumanns „Drei Romanzen“ (original für Oboe und Klavier) zeigt Lepape die unglaubliche Gesanglichkeit, die von ihm durch die Klangtiefe der Posaune in den Nuancen besonders ausdrucksstark interpretiert werden konnte. Getragen auch durch die ideale Zusammenarbeit mit dem Klavier von Eglantina Grapshi gelang die erste Aufnahme der Klavierfassung des Concertinos von Davide Sanson (Trompeter und Komponist aus Italien, *1974) in drei Sätzen unterschiedlichen Charakters, die brilliant und unbedingt überzeugend herausgearbeitet wurden. Bei „Fantaisie“ von Stojowski (1870-1945) wie beim Tomasi-Konzert erlebt man die französische Herkunft von Lepape als Posaunist. Der warme und auch impulsive Klang der orginalen Kammermusikbesetzung bei Krols Capriccio folgt und am Ende steht Bernsteins „Elegie for Mippy II“ wie eine Zugabe, das, im Booklet schön erläutert, eines von drei „Hundestücken“ ist, die Bernstein komponiert hat (nur dieses eine ist für Posaune). Da der Posaunist bei der Uraufführung anscheinend den Takt nicht ganz halten konnte, forderte ihn Bernstein unmittelbar danach im Stimmzimmer auf, beim nächsten Mal doch bitte mit dem Fuß zu tappen, damit er im Takt bleibt. Aus diesem Grund steht diese Anweisung bis heute in den Noten und wird so aufgeführt.
Die Ausführungen von Paolo Cascio im Booklet der CD-Hülle in Italienisch und Englisch zu den vorgestellten Werken sind eine große Bereicherung durch die hohe Qualität der Informationen und eine sehr gute Quelle für Posaunisten, die ebenfalls an diese Stücke herangehen wollen. Man kann sie in Englisch lesen unter:
www.summitrecords.com/release/like-me-vincent-lepape/. Im Booklet wurde auf die Biografien der Musiker insgesamt verzichtet.
Vincent Lepape stellte hiermit seine erste große Solisten-CD vor und legte sehr viel Wert auf Qualität und Ausdruck. So ist das Zuhören eine reine Freude und das auch, weil das Verständnis der Musiker untereinander langjährig sehr gut eingespielt ist. Sein Klang ist voll und eher schlank, sein Spiel ist mit klarem, prägnanten Ton in allen Dynamikstufen immer diszipliniert und kontrolliert. Daneben überzeugt er durch intensive Gestaltung und klare musikalische Linien.

Von A. Mössinger


 
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